Verstopfung

Überfütterte, wenig aktive Schlangen sind besonders anfällig für eine Verstopfung, weitere Gründe sind zu niedrige Temperaturen, sowie eine zu geringe Luftfeuchtigkeit im Becken und mitverschlungenes Substrat. Man kann meist auch Verhärtungen im Darmbereich ertasten. Wenn man nichts dagegen unternimmt, kann der nicht ausgeschiedene Kot hart wie Stein werden und muss operativ entfernt werden.

Als erstes sollte man die Verhältnisse im Behälter korrigieren und alle Holzteile aus dem Behälter entfernen, unbehandeltes Holz entzieht der Luft viel Feuchtigkeit. Behälter, die komplett aus unbeschichtetem Holz gebaut sind, taugen ohnehin nur bedingt für die Schlangenhaltung. Die Luft ist in diesen Behältern oft so zu trocken, dass man auch gehäuft Häutungsprobleme beobachten kann. Ein Auskleiden der Wände mit Kork verschafft Abhilfe. Man muss außerdem die Fütterungshäufigkeit reduzieren und der Schlange mehr Bewegung verschaffen, indem man die Schlange zur Bewegung stimuliert. Meist reicht es schon aus, die Schlange einige Minuten durch die Hände kriechen zu lassen und danach ins Terrarium zurückzusetzen. Die Schlange sollte darüber hinaus über mehrere Tage täglich einmal für ca. 15 Minuten warm gebadet werden.

Hilft das nichts, so kann man dem Tier etwas warmes Wasser einflößen. Hat man immer noch keinen Erfolg, hilft meist nur ein Abführmittel. Frisst die Schlange noch selbstständig, kann man z. B. etwas Abführmittel in eine Maus einspritzen und abwarten, was passiert (wenn das Tier nicht frisst, muss man es mit einer Schlundsonde eingeben). Die Dosis und das Mittel sollte auf jeden Fall vorher mit einem Tierarzt abgesprochen werden.

Eine Verstopfung kann natürlich auch durch exzessiven Darmparasitenbefall ausgelöst werden, aber auch durch verschlucktes Substrat. Wenn der Darm der Schlange mit Substrat verstopft ist (z.B. Sägespäne) hilft meist nur noch die operative Entfernung, bei kleineren Arten ist das sehr problematisch und bedeutet meist das Todesurteil. Aber so weit muss es ja nicht kommen, wenn man das richtige Bodensubstrat wählt und die Fütterungen beaufsichtigt.